Der Qualität verpflichtet

Edelste Champagner der Maison Louis Roederer atmen einen visionären Esprit.

Es strahlt uns kristallklar und golden entgegen, als wir die Kellergewölbe des Champagnerhauses Louis Roederer betreten. Aufgereiht in Regalen und auf Rüttelpulten leuchten unzählige Flaschen des «Cristal», eines absoluten Schmuckstücks aus dem Louis Roederer-Repertoire. Der aufwändige Lagerungsprozess und das behutsame, zeitraubende Drehen jeder einzelnen Flasche von Hand sind das Herz der Produktion. Noch sind die Flaschen vorübergehend mit Kronkorken verschlossen, bis sie zum Degorgieren – so nennt der Fachmann das Entfernen der Hefe – noch einmal geöffnet und dann endgültig verkorkt werden. Die jahrhundertelange Erfahrung dieses grossen Champagnerhauses hat zu einer selten erlebten Meisterschaft geführt und bezaubert mit seinen edlen Perlen.

Durch die endlosen Reihen der Rebstöcke wandeln. Den Geruch des kargen Bodens einatmen; er birgt das Geheimnis der Roederer-Champagner. Nebenan schnauben die Pferde, mit denen die Böden behutsam bearbeitet werden, um sie nicht zu verdichten. Der achtsame Umgang mit den Ressourcen liegt allen am Herzen. Bereits in siebter Generation wird diese Tradition bei Louis Roederer gelebt. Es ist eines der wenigen grossen Champagnerhäuser, welche sich in Familienbesitz befinden. Gegen den Trend, fremde Trauben einzukaufen, wurden im Laufe der Zeit herausragende Grand Cru- und Premier Cru-Lagen erworben, um eigene Trauben in Spitzenqualität ernten zu können – eine Seltenheit in der Champagne. Ist der ideale Erntezeitpunkt gekommen, garantieren kurze Wege die optimale Weiterverarbeitung. Es gibt drei regionale Kellerhäuser, in denen die empfindlichen Trauben direkt vor Ort gepresst werden. Alle Arbeitsschritte erfolgen in sorgfältiger Handarbeit, mit viel Zeit und Ruhe. So entstehen Champagner für höchste Ansprüche.

Die Keller von Louis Roederer sind wahre Tempel für Champagnergenüsse, eine Manufaktur der feinen Lebensart, welche zu ausgiebigen Degustationen verführt. Aus der breiten Palette sind besonders die Jahrgangs-Champagner und der Cristal hervorzuheben. Aufgrund der Vielfalt an Anbaugebieten, die Louis Roederer in seinem Besitz hat, ist dieses abwechslungsreiche, reizvolle Spektrum möglich, welches beweist, dass die Champagnerherstellung eine wahre Kunst für sich ist. Die Jahrgangs-Champagner werden ausschliesslich aus eigenen Reben, welche zu 98% Grand Cru klassifiziert sind, vinifiziert. Von ihren 240 Hektar werden inzwischen 80 biodynamisch bewirtschaftet und der Anteil soll weiter wachsen. Louis Roederer betreibt einen kompetenten, ehrgeizigen, begeisterten und, vor allem, unabhängigen Weinbau. Im Gespräch erläutert Président Directeur Général Frédéric Rouzaud die langfristige Strategie des Hauses, nie stillzustehen und kontinuierlich die Entwicklung von Louis Roederer voranzubringen. Mit viel Zeit und Geduld wird für die nächste Generation gearbeitet. Die Konzentration auf hervorragende Terroirs ist ihre «Weingut-Politik». Unter den 3,5 Mio. Flaschen, die Louis Roederer pro Jahr produziert, sind nur rund 450.000 Cuvée de Prestige Cristal. Nur in herausragenden Jahrgängen wird sie überhaupt gekeltert. 2008 war ein solcher Jahrgang, der zu einem beeindruckenden Wein führte.

Nach zehn Jahren sorgfältiger Lagerung ist der 2008er Cristal jetzt auf den Markt gekommen. Der weltweit renommierte Weinkritiker James Suckling hat ihn mit der Höchstpunktzahl von 100 ausgezeichnet. Die ausserordentliche Qualität sorgt dafür, dass er bei optimalen Bedingungen jahrzehntelang gelagert werden kann. Der Mythos des Cristal geht zurück auf Louis Roederer II, der ein ausgesprochener Russlandfan war und im Jahre 1876 den genussfreudigen Zaren Alexander II. mit diesem Champagner begeisterte. Fortan durfte die Flasche sein Wappen tragen. Die besondere Form der transparenten Cristal-Flaschen mit flachem Boden, der bis heute ihr typisches Merkmal ist, wurde bedingt durch die – nicht unbegründete – Angst des Zaren vor einem Gift- oder Sprengstoffanschlag. Das durchsichtige Kristallglas erlaubte einen Blick auf den Inhalt und im flachen Boden liessen sich keine Sprengsätze verstecken. Der Kellermeister des Zaren überwachte zudem die Herstellung. Die Basis für den Cristal, den es auch als Rosé gibt, sind die Rebsorten Pinot noir und Chardonnay. Die Trauben reifen auf weissen steinigen Kreideböden, welche die Sonnenwärme speichern und nur schwache Erträge liefern. Der langsame Ausbau und die geduldige Reifezeit zaubern die kristalline Qualität des Cristal hervor und machen ihn zu einem Ausnahmechampagner aus dem Traditionshaus mit Sitz in Reims.

Es ist ein verheissungsvoller Augenblick, bevor man den ersten Schluck eines frisch eingeschenkten Champagners nimmt. Es perlt im Glas und der Vorfreude folgt ein Prickeln im Gaumen, eine Wärme im Magen. Ein sinnliches Erlebnis, welches immer wieder aufs Neue beglückt und nicht auf den Aperitif beschränkt bleiben darf. Noch nicht allen Geniessern ist bekannt, dass Champagner durchaus zu fast jedem Gang und Essen passt – also auch zu Vorspeise, Hauptgericht und Dessert. Es muss nur der jeweils Richtige sein, dann wird das ganze Menü zu einer besonderen festlichen Erfahrung. Jede Assemblage und jeder Brut nature haben ihre eigenen Charakteren und individuellen Eigenschaften. Von Spitzenköchen gibt es inzwischen eigens kreierte Rezepte, die den Champagner zu mehr machen als einem «sprudelnden» Begleiter für belebende und anregende kulinarische Ereignisse.


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