Ein Geflecht aus Strassen, Brücken und gläsernen Fassaden. Licht und Bewegung, in der Dämmerung sanft verblassend und zur perfekten Kulisse komponiert. Frankfurt liegt zu Füssen, wahrgenommen aus luftiger Höhe und erhabener Perspektive, welche den Blick auf die Stadt und ihr Pulsieren zu einem ruhigen Beobachten erklärt. Hier, auf meinem Logenplatz auf der Terrasse im Oben Restaurant & Sky Lounge des Meliá Frankfurt City Hotels, beginnt eine Reise, welche ihrem eigenen Rhythmus folgt. Ein Wochenende mit Abstand zum Alltag, mit neuen Sichtweisen, mit Innehalten und Klarheit. Und während sich der Abend über die Skyline legt, geniessen wir ein erstes Glas Riesling, erfrischend wie die Luft über den Dächern der Mainmetropole. Wir spüren die Wärme und wunderbare Leichtigkeit der mediterranen Küche, welche hier ganz ohne grosse Inszenierung auskommt. Es sind Momente wie diese, die Zeit zu Genuss werden lassen.

Ein gläserner Sockel. Daran anschliessend weisse Spiralen, welche sich mäanderartig himmelwärts winden. Schon durch seine Architektur macht der Tower 140 West im trendigen Frankfurter Stadtbezirk Westend-Süd auf sich aufmerksam. Der 145 Meter hohe Wolkenkratzer beherbergt bis hinauf zur 23. Etage das
Meliá Frankfurt City, darüber liegen nur noch private Residenzen. In direkter Nachbarschaft: das Business- und Finanzviertel und die Frankfurter Messe, aber auch Oper und Zeil oder der berühmte Palmengarten sind nicht weit. Ankommen ohne Schwere, vielmehr dem Himmel ein Stück näher: In der 15. Etage begrüsst «The Level» mit einer eigenen Rezeption und der eleganten Lounge, welche den Gästen dieses exklusiven Konzepts innerhalb des Hotels vorbehalten sind. Erfüllt vom Gefühl grenzenloser Freiheit scheint man vom Leuchten des Himmels umgeben, welches, nur durch meterhohe Glaswände getrennt, den Raum erfüllt und ein Panorama eröffnet, welches die quirlig-urbane Lebendigkeit der Metropole unten wie eine Spielzeuglandschaft zeichnet, am Horizont begrenzt vom grünen Umland der Taunusregion. Die Zimmer und Suiten von «The Level» befinden sich abgeschirmt in den darüberliegenden Etagen – sie begeistern mit der eleganten Atmosphäre grosszügiger, modern designter Räume und einem hoch über der Mainmetropole schwebenden, uneinsehbaren privaten Balkon. Mit einem Drink in der Hand und die berühmte Skyline im Blick hier den Moment zu geniessen, hinterlässt wirklich unvergessliche Eindrücke. Vielleicht sollten wir vor dem Dinner im Oben Restaurant noch zum Training ins hauseigene Gym oder zur Entspannung in die Sauna? Oder doch Raum und Zeit für einen weiteren kurzen Augenblick anhalten und bleiben? Diese Gedanken beschreiben, dass das Hotel viel mehr ist als ein ideal gelegener Ausgangspunkt für diese Kurzreise. Es wird zum Mittelpunkt einzigartiger Erlebnisse, zum sicheren Hafen, welcher zur Ruhe in der Höhe eine reiche Vielfalt an Möglichkeiten bereithält.

Der nächste Morgen. Die Konturen der Grossstadt verblassen, gebaute Geometrie weicht einer weichen, organischen Landschaft. Der Rhein zieht ruhig seine Bahn, unbeirrt und kraftvoll. Vor uns öffnen sich die Hügel des Rheingaus, lichterfüllt, üppig grün, mit Rebhängen in endloser Weite. Hier reifen die Trauben für Riesling und Spätburgunder, für welche diese Region weltbekannt ist. Dann das Kloster Eberbach: ein eindrucksvolles Denkmal, eingebettet in die bewaldeten Hänge des Taunus. Mit mächtigen Mauern, romanischen Bögen und langen Gängen erzählt es von seinen Ursprüngen als mittelalterliches Kloster. Die ehrfürchtige Stille und Strenge der Räume mögen vertraut erscheinen: Szenen des Filmklassikers «Der Name der Rose» mit Sean Connery in der Hauptrolle wurden hier gedreht. Aus Geschichte wird Gegenwart: Die Kunst des Winzerhandwerks, seit dem 13. Jahrhundert wesentlicher Bestandteil des Klosters, steht als tief verwurzelte Kompetenz und leidenschaftliches Erbe bis heute an erster Stelle. Wein ist hier nicht Trend, sondern stille, unaufgeregte Tradition. Nicht Inszenierung, sondern Kontinuität. Aus diesem Selbstverständnis wächst Spitzenqualität, welche man nicht erklären muss. Weil sie ohne Worte überzeugt.

Ein nächster Ort, eine nächste Geschichte. Wein, gehandelt zwischen einer gräflichen Familie und dem Mainzer St. Viktorstift, schriftlich besiegelt am 18. November 1211. Schloss Vollrads zählt zu den ältesten Weingütern Deutschlands, bleibt dabei aber ohne jede Überhöhung, ohne lauten Auftritt, ohne grosse Bühne. Vielmehr wird hier wie selbstverständlich das alte Erbe fortgeführt, mit Beständigkeit, mit grossartigem Wissen, mit Haltung. Gerade deshalb sehens- und erlebenswert: Die Weine, welche auf den umliegenden weitläufigen Rebhängen wachsen, sind ausnahmslos Rieslinge. Sie spiegeln ihre sonnige Herkunft, ihre behutsame nachhaltige Kultivierung, ihre hohe Wertschätzung und präsentieren sich mit ruhiger Klarheit und wunderbar reiner Eleganz. Ein Wein, welcher sich nicht in den Vordergrund drängt, sondern einfach durch seinen Ausdruck trägt – stark, verlässlich, vertraut. Dabei hätte er durch seine Herkunft allen Grund zum Prahlen: Das historische Anwesen mit dem mittelalterlichen Schlossturm, mit dem eleganten Herrenhaus aus dem 17. Jahrhundert und dem alten Kutscherhaus im Schlosshof, welches heute die Vinothek beherbergt, ist wirklich prachtvoll. Für uns geht es weiter: Mit Schloss Johannisberg erreichen wir einen wahren Meilenstein europäischer Weinkultur. Es ist das erste und älteste Weingut der Welt, selbstbewusst auf einem Hügel thronend und umringt von sanft abfallenden Weinhängen. Hier wurde Riesling nicht nur geprägt, sondern geboren, im Lauf der Jahrhunderte weiterentwickelt und in seiner heutigen Form mitgedacht: präzise, harmonisch, mit ausgewogener Mineralität und unverwechselbarem Charakter. Der Stil der Spätlese hat ebenfalls hier ihren Ursprung, entstanden aus Zufall, Zeit und Mut: Als sich 1775 die Erlaubnis zum offiziellen Beginn der Weinlese verspätet, wachsen die Trauben an den Rebstöcken weiter bis zur Vollreife. Der beherzte Kellermeister erntet und keltert sie – die Spätlese war geboren und mit ihr ein weiteres Aushängeschild für Schloss Johannisberg. Drei Weingüter, drei Ausdrucksformen derselben Kultur, vollzogen mit Leidenschaft und Können, mit Geduld und Aufwand. Und doch verschieden und facettenreich durch eine eigene Sprache.

Zurück in der Stadt. Zurück im Meliá Frankfurt City Hotel, wo unsere Suite in «The Level» auf uns wartet. Ein Blick, eine Bestandsaufnahme: Die Skyline mit ihren aufragenden Glastürmen, die belebten Strassen und Plätze, der stete, schnelle Takt der Metropole – alles ist wie zuvor, unverändert, und doch ist unsere Perspektive eine andere geworden. Wir erkennen: Dem Himmel nahe, das beschreibt keinen Ort. Es ist ein Zustand zwischen Höhe und Tiefe, zwischen Stadt und Natur, zwischen Stein und Landschaft. Und manchmal reicht eine kurze Reise, um ihn zu berühren.

Oben Restaurant, Meliá Frankfurt City
Vielleicht ist es das Ambiente, welches das Restaurant Oben beim ersten Betreten ausstrahlt und welches hier, 85 Meter hoch über der Stadt, Hochgefühl spüren lässt. Vielleicht ist es, mehr noch, die Küche mit ihren variantenreichen, von spanischen Einflüssen geprägten Kreationen, welche Küchenchef Carsten Härtel mit der Inspiration von Starkoch Iñigo Urrechu zaubert. Auf jeden Fall ist man hier in himmlischen Händen, um sich von niveauvoller Kulinarik verwöhnen zu lassen, welche sich auf das Wesentliche konzentriert: Frische, Qualität, Authentizität. Auf der Speisekarte stehen sorgsam ausgewählte saisonale Spezialitäten mit Fisch und Fleisch wie auch raffinierte vegetarische Gerichte. Bevor es zum mehrgängigen Dinner mit passendem Weinangebot – aus der Region oder aus Spanien – geht, lässt man sich an der Skybar einen Aperitif oder Signature-Cocktail mixen und geniesst zusammen mit einer Auswahl an leckeren Tapas als Appetizer den spektakulären Ausblick.

Kloster Eberbach – 2023 GOLDENER BECHER, Steinberg Riesling GG
Die Weinkollektion von Kloster Eberbach in Eltville umfasst die Rebsorten Riesling, Spät-, Weiss- und Grauburgunder, welche auf herausragenden Lagen vom Rheingau bis zur Hessischen Bergstrasse wachsen. Die nachhaltige Kultivierung, die sorgfältige Lese von Hand und der schonende Ausbau bringen Spitzenweine hervor, darunter dieser exzellente Riesling: mit intensiven Aromen von gelber Aprikose und Noten von Melisse und Calendula. Dazu feine Mineralität, welche zu perfekter Balance abrundet. Ein Riesling mit Komplexität, Tiefe und herausragender Struktur.

Schloss Vollrads – 2021 GREIFFENBERG GG Riesling
Dieser trockene Riesling aus der Monopollage Greiffenberg ist 18 Monate lang im Rheingauer Stückfass aus Eiche gereift. Das Bouquet verführt mit feinwürzigen, fruchtigen Nuancen, im Abgang entfaltet sich eine reiche, leicht cremige Fülle. Ein anspruchsvoller Spitzenwein dieses Guts in Oestrich-Winkel, dessen 70 Hektar Anbauflächen streng nach ökologischem Landbau kultiviert werden. Die besten Jahrgänge und limitierte Raritäten reifen in den historischen Gewölben des Cabinet-Kellers.

2022 Schloss Johannisberg Riesling Goldlack Trocken
Die Weinkollektion von Schloss Johannisberg umfasst trockene und feinherbe Rieslingweine sowie edelsüsse Spätlesen, Beerenauslesen und raffinierte Cuvées als limitierte Spezialitäten. Die in glanzvollen – metallischen und bunten – Lackfarben gehaltenen Flaschenmanschetten klassifizieren Sorten und Güte. Unter den trockenen Rieslingweinen ist der Goldlack das Meisterstück des renommierten Geisenheimer Weinguts: Vielschichtig und konzentriert lässt er mit seiner mineralischen Note den Quarzitboden und mit seiner fruchtigen Frische die Sonne schmecken. Dazu kommt ein Hauch Holz, entstanden durch die behutsame Reifung in mächtigen Eichenfässern, welche in der legendären «Bibliotheca subterrane» lagern: In der unterirdischen Schatzkammer des Weinguts werden 25.000 kostbare Weine aufbewahrt, von denen der älteste aus dem Jahr 1748 stammt. Ein Ort, an welchem Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verschmelzen. Und während die warme Nachmittagssonne noch in den Rebhängen verweilt, nehmen wir noch einmal die Aromen des Weins, die Atmosphäre des Guts und den Blick auf den Rhein in uns auf – und Abschied.

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